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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00CAD559.mp3
Wenn Tierschützer Nerze freilassen, tun sie der Tierwelt nichts Gutes. Das Einschleppen fremder Arten ist eine Bedrohung für die Artenvielfalt auf der Erde. Durch den weltweiten Handel gelangen fremde Arten in ein Land.
"Wer Tiere liebt, trägt keine Pelze!". Unter diesem Motto befreien Tierschützer immer wieder Zucht-Nerze aus ihren Käfigen. Vor kurzem haben sie in Dänemark und im Norden Deutschlands wieder einige Tausend amerikanische Nerze, sogenannte Minke, frei gelassen. Doch die meisten dieser Tiere überleben nicht, denn in Gefangenschaft haben sie nicht gelernt, Nahrung zu fangen. Der überlebende Teil dieser Nerze ist aber immer noch größer als die Zahl der einheimischen Nerze.
Die europäischen Nerze sind in einigen Regionen bereits fast ausgestorben, weil sie früher wegen ihrer Pelze oft gejagt wurden. Außerdem wurde ihr Lebensraum durch die Landwirtschaft immer kleiner. Nun treffen die wenigen heimischen Nerze mit den amerikanischen Zucht-Nerzen zusammen, wobei sich meist der amerikanische durchsetzt. Wahrscheinlich wird er den europäischen Nerz bald vollständig verdrängt haben.
Ein weiteres Beispiel für die Verdrängung einer einheimischen Tierart durch eine fremde sind die Seefrösche in Frankreich, die eigentlich aus Osteuropa stammen. Wenn sie sich mit einer anderen Froschart paaren, setzen sich ihre Gene meist durch. Froschschenkel, also die Beine des Frosches, gelten besonders in Frankreich als Delikatesse. Und da der Seefrosch mehr Fleisch besitzt, wird er in Frankreich öfter gezüchtet als andere Arten – und entkommt dann öfter. Die Folge: Einige kleinere Froscharten sind kaum noch zu finden.
Solche Entwicklungen kann man normalerweise nicht mehr rückgängig machen: Wenn sich eine Art auf größere Gebiete ausgebreitet hat, dann lässt sie sich in der Regel nicht mehr entfernen. Gezielte Ansiedlungen fremder Arten durch den Menschen sind selten geworden. Aber durch den weltweiten Handel werden unbemerkt viele Arten in die ganze Welt transportiert oder fahrlässig frei gelassen. So wird die Globalisierung zur Gefahr für funktionierende Ökosysteme.
GLOSSAR
Nerz, der – ein Raubtier aus der Familie der Marder
einschleppen – hier: etwas in ein neues Land bringen
Artenvielfalt, die – die Menge unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten auf der Welt
Pelz, der – das dicke Fell eines Tieres, aus dem man warme Kleidung machen kann
Zucht, die – absichtliche Vermehrung einer Tierart durch den Menschen
einheimisch – schon immer an einem Ort lebend
aussterben – immer weniger werden (Tierart)
sich durchsetzen – hier: den Kampf um Nahrung und Lebensraum gewinnen
verdrängen – sich gegen etwas durchsetzen; den Platz von etwas einnehmen
Gen, das – die Erbanlage; das Erbgut
Delikatesse, die – eine besonders leckere und teure Speise
entkommen – fliehen können; weglaufen können
gezielt – absichtlich; planvoll
Ansiedlung, die – hier: eine Tierart an einem neuen Ort aussetzen
fahrlässig – aus Mangel an Vorsicht; unabsichtlich
Globalisierung, die – die Verstärkung der Beziehungen zwischen den Ländern der Welt (besonders in der Wirtschaft); der weltweite Handel
Ökosystem, das – das Zusammenspiel der verschiedenen Tier- und Pflanzenarten in der Natur
Fragen zum Text
Welches Problem entsteht, wenn Tierschützer Zucht-Nerze freilassen?
1. Die freigelassenen Nerze verdrängen die einheimischen Nerze.
2. Die freigelassenen Nerze nehmen den Menschen ihren Lebensraum weg.
3. Die freigelassenen Nerze attackieren Menschen.
Warum werden Nerze gejagt und gezüchtet?
1. Weil ihr Fleisch sehr lecker ist.
2. Weil aus ihrem Fell wertvolle Pelzmäntel gemacht werden können.
3. Weil sie beliebte Haustiere sind.
Warum sind einige kleinere Froscharten in Frankreich kaum noch zu finden?
1. Weil sich das Klima in Frankreich stark verändert hat.
2. Weil vor allem große Frösche gezüchtet werden, die die kleinen Frösche verdrängen.
3. Weil die Menschen lieber die kleineren Frösche essen und sie deshalb fangen.
Arbeitsauftrag
Stellen Sie sich vor, Sie sind Tierschützer und möchten gegen das Tragen von Pelzmänteln protestieren. Entwerfen Sie in Gruppenarbeit Plakate für Ihre Aktion. Stellen Sie Ihre Argumente gegen Pelzmode und Pelztierzucht in wenigen Sätzen vor. Sie können zum Beispiel humorvolle Werbesprüche oder Reime verwenden, um die Aufmerksamkeit der Menschen zu wecken.
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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00ca7aa9.mp3
Die Bergregionen dieser Welt sind zunehmend vom Klimawandel bedroht. Auch in den Alpen schmelzen die Gletscher. Bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahrtausends könnte das Gebirge eis- und schneefrei sein.
Schon jetzt hat der Klimawandel in den Alpen seine Spuren hinterlassen. Es gibt häufiger Steinschlag und Schlamm- und Gerölllawinen, weil der so genannte Permafrost nachlässt. Der dauerhaft gefrorene Boden im Untergrund hält die Berge einfach nicht mehr zusammen. Außerdem ziehen sich die Gletscher immer weiter zurück. Klimaforscher erwarten, dass die Höhe der schneesicheren Regionen von derzeit 1300 Metern bis zur Jahrhundertmitte auf etwa 1600 Meter steigen wird.
Damit genügend Schnee liegt und Wintersportler auch weiterhin als Touristen in die Alpen kommen, werden häufig Schneekanonen eingesetzt. "Die heizen den Klimawandel fleißig mit an. Der Energie- und der Wasserverbrauch ist enorm", sagt Michael Pröttel, Vorsitzender der Umweltschutz-Organisation "Mountain wilderness Deutschland": Diese Maschinen würden rund um die Uhr betrieben, wenn es kalt genug sei. Auch Wildtiere würden durch sie in Mitleidenschaft gezogen.
Müssen sich Wintersportler jetzt ein neues Hobby suchen, um sich am Klimawandel nicht mitschuldig zu machen? Das sei letztlich eine Gewissensentscheidung, meint Professor Rüdiger Glaser, Klimaexperte der Universität Freiburg. Es müsse ja nicht gleich bedeuten, dass man den Wintersport ganz an den Nagel hänge, erklärt der Experte.
Wer mit der Bahn anreist, wähle schon die "etwas mildere Art" des Wintersports, sagt Glaser. Der Fachmann hat noch weitere Tipps für den Wintersport: Nicht mit den Skiern über schneefreie Stellen fahren, Schneekanonen meiden und in die höheren Regionen ausweichen, in denen es bereits Skilifte gibt.
GLOSSAR
etwas hinterlässt Spuren – hier: etwas macht sich bemerkbar; etwas wird deutlich
Steinschlag, der – der Niedergang von Steinen am Berg
Schlamm- und Gerölllawine, die – ein Strom aus Steinen und Wasser, der sich vom Berghang ablöst und ins Tal gleitet
Permafrost, der – Dauerfrostboden, der das ganze Jahr durch gefroren ist
sich zurückziehen – zurückgehen, nachlassen
schneesichere Region, die – eine Gegend, in der es auf jeden Fall schneit
Wintersportler, der – jemand, der Sport betreibt, für den man Schnee braucht; zum Beispiel: Skifahren
Schneekanone, die – ein technisches Gerät, mit dem man künstlichen Schnee erzeugt
etwas anheizen – bildliche Beschreibung für: etwas verstärken
enorm – hier: sehr hoch
rund um die Uhr – ein Ausdruck für: den ganzen Tag und die die ganze Nacht
Wildtier, das – ein Tier, das in der freien Natur lebt
Etwas wird in Mitleidenschaft gezogen – etwas wird geschädigt
Hobby, das – die Freizeitbeschäftigung
mitschuldig an etwas – für etwas negatives mitverantwortlich sein
Gewissensentscheidung, die – ein Beschluss, den man mit seinem Gewissen vereinbaren kann
etwas an den Nagel hängen – mit etwas aufhören
Fachmann, der – jemand, der sich in einem bestimmten Gebiet besonders gut auskennt
Fragen zum Text
Permafrost ist …
1. jemand, der ständig kalte Hände hat.
2. Dauerfrostboden, der das ganze Jahr durch gefroren ist.
3. eine Marke für Tiefkühlprodukte.
Schneekanonen werden eingesetzt, um …
1. Schnee zu produzieren.
2. Wintersportler zu erschießen.
3. Wildtiere zu füttern.
Jemand, der das Skifahren an den Nagel hängt, …
1. fängt damit an.
2. hört damit auf.
3. will seine Skier reparieren.
Arbeitsauftrag
Skifahren, Rodeln, Snowboarden – sind Sie leidenschaftlicher Wintersportler oder können Sie dem Sport im Schnee überhaupt nichts abgewinnen? Schreiben Sie einen kurzen Aufsatz und begründen Sie Ihre Meinung.
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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00CA1888.mp3
Weihnachtsbaum, Krippe und Adventskalender gehören in Deutschland zur Vorweihnachtszeit dazu. Doch woher kommen diese Traditionen und was bedeuten sie eigentlich?
"Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier – dann steht das Christkind vor der Tür." Dieses Gedicht kennt in Deutschland jedes Kind. Es handelt sich um den Adventskranz – ein Gesteck aus Tannenzweigen, Weihnachtsschmuck und vier Kerzen. An den vier Sonntagen vor Weihnachten wird jeweils eine neue Kerze angezündet, bis schließlich alle vier brennen. Für Christen symbolisieren sie das Licht, das Christus in die Welt gebracht hat.
In vielen Wohnzimmern findet man zu Weihnachten eine Krippe. Sie stellt die Geburt Christi dar. Seit dem 19. Jahrhundert stellen viele Menschen statt einer Krippe einen Weihnachtsbaum auf. Der Weihnachtsbaum wurde ursprünglich mit Kerzen geschmückt. Später kamen auch Kugeln und anderer Weihnachtsschmuck hinzu
In den Wochen vor Heiligabend backen viele Deutsche Plätzchen. Bei den Formen der Plätzchen werden natürlich gerne weihnachtliche Motive gewählt wie Sterne oder Tannenbäume. Das wohl berühmteste Weihnachtsgebäck ist der Stollen. Er hat eine längliche Form, die mit einer großen Menge Puderzucker bedeckt ist. Dieses Gebäck symbolisiert ein Kind, das in Windeln gewickelt ist.
Die Adventszeit ist eine Zeit der Vorfreude und der Stille. Für die Kinder gibt es in dieser Zeit einen ganz besonderen Spaß – die 24 kleinen Türchen des Adventskalenders zu öffnen und die dahinter versteckte Schokolade zu naschen. Wenn keine Türchen mehr zu öffnen sind, dann weiß man: Es ist Weihnachten und bald gibt es Geschenke.
GLOSSAR
Advent, der/ Vorweihnachtszeit, die – die Zeit vor Weihnachten
Weihnachtsbaum, der – geschmückter Nadelbaum, der an Weihnachten im Haus aufgestellt wird
Krippe, die – hier: Weihnachtskrippe; Nachbildung von Christi Geburt mit Holzfiguren
Adventskalender, der – Kalender mit 24 kleinen Türen für die Zeit vor Weihnachten
Gesteck, das – etwas, das zusammengesteckt wird
Tannenzweig, der – äußerer Ast des Tannenbaums
Weihnachtsschmuck, der – Gegenstände zur weihnachtlichen Dekoration (für das Haus)
symbolisieren – darstellen; für etwas stehen
Protestant, der – Anhänger des evangelischen Glaubens
ursprünglich – zunächst; am Anfang
Plätzchen, das – der Keks
Motiv, das – hier: das Bild; das Symbol
Puderzucker, der – feiner Zucker
in Windeln gewickelt – in ein weißes Tuch gehüllt (ein alter Ausdruck bei Babys)
Vorfreude, die – die Freude auf ein Ereignis, das kommen wird
naschen – Süßigkeiten essen
Fragen zum Text
Ein Gesteck aus Tannenzweigen und vier Kerzen nennt man …
1. Adventskranz.
2. Weihnachtsbaum.
3. Adventskalender.
Stollen kann man …
1. schmücken.
2. essen.
3. trinken.
Der Adventskalender …
1. soll Kindern die Zeit des Wartens auf Weihnachten verkürzen.
2. bestimmt, wann die Uhren auf die Winterzeit umgestellt werden.
3. zeigt, auf welchen Wochentag Weihnachten fällt.
Arbeitsauftrag
Schauen Sie sich das Video "Dresdner Christstollen" an.
Beantworten Sie folgende Fragen:
Was wird beim Dresdner Stollenfest verkauft?
Wie teuer ist ein Dresdner Stollen, wenn man ihn im Internet kauft?
Wie viele Bäckereien im Bundesland Sachsen dürfen den Dresdner Stollen herstellen?
Wie wird der Dresdner Weihnachtsmarkt auch genannt?
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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00C9C34A.mp3
260 Schüler aus der Türkei, Marokko und Bosnien drücken im Islamischen Gymnasium in Wien die Schulbank. Fünf Gebete pro Tag und Streitgespräche über die Evolutionstheorie gehören zum Schulalltag.
Freitags können die Schüler des Islamischen Gymnasiums nur die Hälfte der Mittagspause genießen. Das Freitagsgebet steht auf dem Stundenplan. Für den problemlosen Ablauf der Gebete ist der Religionslehrer Kenan Ergün zuständig. Er sagt, die Schule habe die Aufgabe, dass die muslimischen Jugendlichen ihre Identität bewahren und die Matura, das österreichische Abitur, machen. Danach können sie studieren und als intellektuelle Menschen und Moslems hier ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen. In Österreich ist der Islam die zweitgrößte Religionsgemeinschaft.
Das Islamische Gymnasium in Wien unterrichtet nach dem Schulunterrichtsgesetz. Alle muslimischen Gebets- und Speisevorschriften werden eingehalten, auch gibt es eine Garantie für schulfreie Tage an religiösen Feiertagen. Rund 260 Schüler kommen aus der Türkei, Ägypten, Marokko oder Bosnien, ihre Lehrer sind aber fast alle Österreicher christlichen Glaubens. Das führt manchmal zu Diskussionen, sagt der Deutschlehrer Friedrich Vastian.
Ein Beispiel ist die Evolutionstheorie: Während der Islam die Entstehung des Menschen durch Gott lehrt, vertritt der Biologielehrer die naturwissenschaftliche Theorie. Dies bewirke ein Nachdenken über andere Auffassungen, sagt Vastian. Für welche Theorie sich die Kinder dann im Laufe des Lebens entscheiden, dass bliebe nur ihnen überlassen, sagt Religionslehrer Kenan Ergün. "Wir unterrichten so, die Bio-Lehrer unterrichten so und dann entscheiden die Schüler selbst."
Im letzten Jahr hat das Islamische Gymnasium die ersten Maturanten hervorgebracht – eine Generation von Muslimen also, die ihre Identität bewahrt haben, die nun aber auch das europäische, naturwissenschaftliche Bild kennen. Friedrich Vastian sagt: "Wir Lehrer tragen zur Integration bei. Aufgrund des Unterrichts werden die Schüler europäisiert. Es darf alles kritisiert werden, auch die religiösen Dogmen. Und das ist das wichtigste, glaube ich."
GLOSSAR
die Schulbank drücken – Redewendung: zur Schule gehen
Streitgespräch, das – die Diskussion
Evolutionstheorie, die – die Denkweise, wie sich der Mensch entwickelt hat
für etwas zuständig sein – auf etwas aufpassen
bewahren – behalten
Schulunterrichtsgesetz, das – die Regel, wie Schüler in der Schule erzogen werden; das Ziel diese Regel ist der Schulabschluss
Speisevorschrift, die – die Regel, was man essen soll
vertreten – hier: eine Meinung haben
naturwissenschaftlich – die Bereiche Biologie, Chemie und Physik betreffend
Auffassung, die – die Meinung; die Denkweise
etwas bleibt jemandem überlassen – hier: jemand kann selbst entscheiden
Maturant, der – jemand, der die Matura hat (der Schulabschluss in Österreich)
zu etwas beitragen – bei etwas helfen
Dogma, das – eine feste Definition
Fragen zum Text
Was sind die Aufgaben der Islamischen Schule in Wien?
1. Die Schüler sollen ihre Religion aufgeben und nicht mehr ihre Muttersprache sprechen.
2. Die Schüler sollen politisch aktiv sein und das Schulsystem verändern.
3. Die Schüler sollen ihre Identität bewahren und die Matura machen.
Wenn jemandem eine Entscheidung überlassen bleibt, dann …
1. entscheiden andere für ihn / sie.
2. kann er / sie selbst entscheiden.
3. muss er / sie mit anderen entscheiden.
Was wollen die Lehrer am Islamischen Gymnasium erreichen?
1. Sie wollen den Schülern bei der Integration helfen.
2. Sei wollen nur die islamische Religion unterrichten.
3. Sie wollen jede Religion verbieten.
Arbeitsauftrag
Das Islamische Gymnasium in Wien möchte den muslimischen Schülern bei der Integration helfen. Stellen Sie sich vor, Sie sind Lehrer an der Schule. Welche Veranstaltungen oder Kurse würden Sie anbieten, um den Schülern bei der Integration zu helfen? Schreiben Sie einen kurzen Text über Ihre Ideen, mit den muslimischen Jugendlichen in Kontakt zu kommen.
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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00C9673C.mp3
Die Anzahl der Infektionen mit HIV im südlichen Afrika und Indien sinkt, in Europa aber steigt sie an. Die Gründe für die vielen Infektionen sind in jedem Land anders. Weitere Aktionen sollen die Menschen aufklären.
Per Hendrik lebt in Kopenhagen und ist seit 20 Jahren HIV-positiv. Er hat früh erfahren, dass er infiziert ist und konnte sich rechtzeitig behandeln lassen. Seine Chancen, noch lange zu leben, sind nicht schlecht. HIV-Aids ist in der EU schon lange kein Todesurteil mehr. Das hat aber auch ungewollte Nachteile, glaubt Per Hendrik: "Die Leute denken, wenn man nur seine Pillen nimmt, ist alles klar. Aber sie sehen nicht, welche mentalen Probleme es gibt. Und du hast Schwierigkeiten mit der Versicherung, auf Reisen oder sogar wenn du einen Bankkredit möchtest."
Trotz des medizinischen Fachwissens um HIV-Aids nimmt die Anzahl an Infektionen in Europa zu. Der litauische Abgeordnete im Europäischen Parlament Georgs Andrejevs fordert Aufklärungskampagnen und mehr Hilfen für die Ukraine, Weißrussland, Russland und die baltischen Staaten, die stark ansteigende Infektionsraten aufweisen.
HIV-Aids ist schon lange nicht mehr nur ein Problem für Homosexuelle. Die Arten der Verbreitung für den HI-Erreger sind in jedem Land anders, sagt Jeff Lazarus vom Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen. In Osteuropa sei das größte Problem der gemeinsame Gebrauch von Drogenbesteck. In Westeuropa steige die Infektionsrate durch homosexuellen Sex an. Doch die meisten Übertragungen geschehen durch heterosexuellen Kontakt, häufig durch Einwanderer, die in ihren Herkunftsländern infiziert wurden und in Europa getestet werden. Bei der Deutung der Zahlen sei also Vorsicht geboten, sagt Lazarus.
Die EU versucht seit mehreren Jahren Aufklärungskampagnen zu fördern, sowie die kostenlose Abgabe von Kondomen und kostenlose HIV-Tests. Dies tut sie nicht nur in den eigenen Mitgliedsstaaten, sondern auch bei den östlichen Nachbarn. Die Diskriminierung von Menschen mit HIV-AIDS soll bekämpft werden. Doch das ist eine langsame und schwere Arbeit, gibt der EU-Gesundsheitskommissar Markos Kyprianou zu: "Vor Europa liegen noch große Herausforderungen.“
GLOSSAR
Aidsinfizierung, die – die Ansteckung mit der Krankheit Aids
HIV-positiv – mit dem Aidsvirus infiziert
sich behandeln lassen – hier: sich von Ärzten versorgen lassen
mental – seelisch
Bankkredit, der – ein bestimmter Geldbetrag, den man von der Bank leihen kann
Aufklärungskampagne, die – öffentliche Aktion, mit der über ein Thema informiert wird
Drogenbesteck, das – die Hilfsmittel, die Drogenabhängige verwenden, um Drogen zu nehmen
Übertragung, die – hier: die Ansteckung mit einem Virus
Mitgliedsstaat, der – hier: ein Land, das zur EU gehört
Fragen zum Text
Womit haben HIV-Infizierte unter anderem Probleme?
1. mit dem Fernsehen
2. mit der Versicherung
3. mit dem Lesen
Was bedeutet der Ausdruck Vorsicht ist geboten?
1. Man muss vorsichtig sein.
2. Man muss nicht vorsichtig sein.
3. Man muss leise sein.
Was wird bei den Aufklärungskampagnen mit gefördert?
1. kostenlose HIV-Tests
2. Zeitschriftenabonnements
3. Lebensmittelspenden
Arbeitsauftrag
Aids ist eine tödliche Krankheit und viele Menschen wissen nichts oder nur sehr wenig darüber. Deshalb sollen mehr Kamagnen durchgeführt werden, um die Menschen aufzuklären. Stellen Sie sich vor, sie gehören zu einer Gruppe, die eine Kampagne durchführen möchte. Wie würden Sie die Menschen auf die Gefahren von Aids aufmerksam machen? Würden Sie ein Konzert veranstalten, eine Ausstellung in einem Museum organisieren, einen Film zeigen oder mit anderen Menschen auf der Straße ein Plakat entwerfen? Schreiben Sie einen Plan auf, was sie einen Tag lang machen würden, um auf Aids aufmerksam zu machen.
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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00C916FB.mp3
Die Situation für Handwerker in Deutschland ist schlecht – Schwarzarbeit und Lohndumping machen ihnen zu schaffen. Deshalb suchen immer mehr Gesellen und Meister ihr Glück im Ausland und sind da erfolgreich.
Friedhelm Müller legt konzentriert letzte Dinge in den Koffer. Danach kann es losgehen. Nach Oslo, seiner neuen Heimat. Er ist gelernter Elektroinstallateur und einer der vielen Handwerker, die ihr Glück im Ausland suchen. Denn in Deutschland haben sie wenig Perspektiven und in Norwegen werden deutsche Handwerker gesucht. Lasse Schmackelsen, Arbeitsvermittler der Firma Nordisk Handvaerk Aps., hat gute Erfahrungen mit deutschen Arbeitskräften gemacht. "Sie sind sehr motiviert", sagt er. Das sagt auch Alexander Legowski vom Zentralverband des deutschen Handwerks "Deutsche Handwerker sind begehrt, weil sie sehr gut ausgebildet sind."
Ein Beispiel dafür ist der Tischlermeister Hans Nottelmann. Er hat in Deutschland seinen Meister gemacht und ist damit nach Spanien ausgewandert. In der Nähe von Barcelona führt er heute einen eigenen Tischlereibetrieb. Auf dem spanischen Markt arbeitet der Tischler, nach eigenen Angaben, fast ohne Konkurrenz. "Nur wenige ältere Spanier beherrschen das Handwerk noch wirklich, nachdem in den 80er-Jahren die Handwerkslehre abgeschafft wurde", erklärt Hans Nottelmann.
Als deutscher Tischler habe man hier sofort Arbeit, sagt Nottelmann weiter. Allerdings hat er auch einen wichtigen Vorteil: Er ist zweisprachig aufgewachsen. Arbeitsvermittler Lasse bemängelt die fehlenden Fremdsprachenkenntnisse bei vielen deutschen Handwerkern. Auch Friedhelm Müller geht nach Norwegen, ohne die Sprache des Landes zu beherrschen. Aber er spricht Englisch. Zeit für einen Norwegischkurs hat er am Anfang nicht. In seiner dreimonatigen Probezeit muss er erst einmal beweisen, dass er die hohen beruflichen Erwartungen erfüllt.
GLOSSAR
Meister, der – ein Handwerker, der die Qualifikation hat, um junge Menschen auszubilden
Handwerk, das – die Bezeichnung für einen Beruf, in dem man mit den Händen und Werkzeug arbeitet; z.B. Maler, Elektriker
Schwarzarbeit, die – die illegale Arbeit, für die man keine Steuern zahlt
Lohndumping, das – eine schlechte und viel zu niedrige Bezahlung
etwas macht jemandem zu schaffen – etwas bereitet jemandem Probleme
Geselle, der – hier: jemand, der seine Ausbildung zum Handwerker abgeschlossen hat
Elektroinstallateur, der – jemand, der in seinem Beruf mit elektrischen Geräten arbeitet
Perspektive, die – die (gute) Aussicht für die Zukunft
Tischlermeister, der – jemand, der Möbel herstellen kann und anderen diesen Beruf lehren kann
Tischlereibetrieb, der – eine kleine Firma, in der Möbel hergestellt werden
nach eigenen Angaben – die Aussage, die jemand selbst macht
beherrschen – hier: in der Lage sein; fähig sein
Handwerkslehre, die – die Ausbildung für einen handwerklichen Beruf
etwas abschaffen – etwas beseitigen; etwas nicht mehr anbieten
zweisprachig – zwei Sprachen sprechend
etwas bemängeln – etwas kritisieren
Probezeit, die – die Zeit, in der festgestellt wird, ob jemand gut für die Arbeit ist
erfüllen – etwas gerecht werden
Fragen zum Text
Warum geht Friedhelm Müller nach Oslo?
1. Weil er Norwegisch lernen möchte.
2. Weil er in Norwegen arbeiten möchte.
3. Weil er ein Rentier sehen möchte.
Warum sind deutsche Handwerker im Ausland begehrt?
1. Weil sie schöne Souvenirs mitbringen.
2. Weil sie billige Arbeitskräfte sind.
3. Weil sie sehr gut ausgebildet sind.
Welches Problem haben die deutschen Handwerker oft im Ausland?
1. Sie haben Heimweh.
2. Sie können die Landessprache nicht sprechen.
3. Sie verwenden anderes Werkzeug.
Arbeitsauftrag
Schauen Sie sich das Video "Auslandsjobs – Made in Germany" an. Beantworten Sie folgende Fragen:
Warum ging Karsten Schlaps nach Dänemark?
Welches Problem haben viele deutsche Handwerksbetriebe?
Möchte Karsten Schlaps für immer nach Dänemark ziehen?
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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00c8b241.mp3
Die EU-Drogenbeobachtungsstelle schlägt Alarm. Denn obwohl der Konsum von Cannabis und Heroin nicht weiter gestiegen ist, wird Kokain immer beliebter und die Zahl der Drogentoten bleibt hoch.
Der illegale Konsum des Rauschgifts Kokain ist in der Europäischen Union dramatisch gestiegen. Man geht inzwischen von 4,5 Millionen Kokainnutzern aus. Kokain nimmt nun hinter Cannabis erstmals Rang zwei bei den illegalen Drogen ein. Kokain werde inzwischen in großen Teilen der Bevölkerung genommen und habe sogar die Partydroge Ecstasy verdrängt, sagt Wolfgang Götz, Direktor der EU-Drogenbeobachtungsstelle.
Einer der Gründe dafür sei, dass Kokain ebenso wie andere Drogen billiger geworden und überall in Europa leicht erhältlich ist. "Generell bleibt das größte Problem der Mischkonsum", sagt Götz. Oft werde Kokain zusätzlich zu Alkohol oder Heroin eingenommen. Auch beim Ausprobieren von Drogen spielt laut Götz fast immer Alkohol eine Rolle. "Wenn Alkohol heute erfunden würde, würde er mit Sicherheit verboten."
"Wir sind sehr weit von irgendeiner Lösung des Drogenproblems entfernt", betont Götz. Er sei aber "vorsichtig optimistisch", weil die Zahl der Nutzer bei Heroin und Cannabis erstmals nicht weiter gestiegen sei und zum Teil zurück gehe. "In den 90er Jahren und am Anfang dieses Jahrtausends hatten wir einen permanenten Anstieg des Cannabis-Konsums. Dieser Trend scheint zurückzugehen", erklärt Götz.
Sorgen bereiten ihm aber die drei Millionen Europäer, meist männliche Jugendliche, die fast täglich einen Joint rauchen. "Da gibt es ein Suchtpotenzial, das vor 10, 20 Jahren noch gar nicht bekannt war." Die Gefahren des regelmäßigen Cannabiskonsums werden von vielen unterschätzt.
GLOSSAR
Kokain, das – eine verbotene Droge, die als weißes Pulver eingenommen wird
Drogenbeobachtungsstelle, die – die Behörde, die den Gebrauch von Drogen untersucht
Konsum, der – hier: die Einnahme, die Benutzung von Drogen
Cannabis, das – eine Hanfpflanze; Oberbegriff für die verbotenen Drogen Haschisch und Marihuana
Heroin, das – eine verbotene Droge, die geraucht oder gespritzt wird
illegal – durch das Gesetz verboten
Rauschgift, das – eine Droge, die zu einem Rausch führt
von etwas ausgehen – glauben; schätzen
Partydroge, die – eine Droge, die auf Partys eingenommen wird, z.B. zum Tanzen
erhältlich – kaufbar; zu bekommen
eine Rolle spielen – eine Redewendung: von Bedeutung sein; wichtig sein
optimistisch – hoffnungsvoll
permanent – dauernd
Trend, der – die Tendenz; die Modeerscheinung
Joint, der – die Cannabis-Zigarette
bereiten – hervorrufen; machen
Fragen zum Text
Welche illegale Droge wird in Europa am häufigsten konsumiert?
1. Kokain
2. Cannabis
3. Heroin
Was bedeutet im Text der Ausdruck Mischkonsum?
1. das Vermischen von illegalen Drogen mit dem Mittagessen
2. die gleichzeitige Einnahme von verschiedenen Rauschmitteln
3. das regelmäßige Trinken von Mischgetränken und Cocktails
Was ist ein anderes Wort für Drogenkonsument?
1. Drogennutzer
2. Drogeneinnehmer
3. Drogenesser
Arbeitsauftrag
In Deutschland gehört Alkohol bei vielen gesellschaftlichen Ereignissen mit dazu. Herr Görtz sagt: "Wenn Alkohol heute erfunden würde, würde er mit Sicherheit verboten." Diskutieren Sie über dieses Zitat. Bilden Sie zwei Gruppen: Befürworter und Gegner eines Alkoholverbots in Deutschland. Sammeln Sie zunächst in Ihrer Gruppe Argumente für Ihre Position und diskutieren Sie anschließend mit der anderen Gruppe.
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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00c85e89.mp3
Auf der Suche nach einem besseren Leben kommen jährlich zehntausende Afrikaner nach Europa. Ihre erste Station ist dabei oft Malta. Der kleine Inselstaat kann aber fast keine Flüchtlinge mehr aufnehmen.
Für den 28jährigen Jonas aus Eritrea gab es keinen Grund, in seiner Heimat zu bleiben. Dort hatte er zwar eine gute Schulausbildung und eine Arbeit, doch von dem Geld, was er dort verdiente, konnte er seine Familie nicht ernähren. Außerdem konnte er in der eritreischen Diktatur seine Meinung nicht frei sagen. Deshalb entschied sich Jonas, sich auf den gefährlichen Weg nach Europa zu machen. "Mein Ziel war es nach Europa zu kommen, um Ausbildung und einen guten Job zu finden. Die Eritreer sind ein Volk ohne Hoffnung. Ich wollte eine Perspektive finden und auch etwas davon an mein Volk zurückgeben.“
Was ihn auf der Überfahrt in Richtung Europa erwartete, wusste Jonas vorher nicht. Viele Flüchtlinge von seinem Boot sind einfach ins Wasser gefallen oder an Entkräftung gestorben. Auf Fahrt nach Europa kentern viele Boote der Schleuser. Jonas schaffte es nach Malta, verbrachte dort zunächst ein Jahr in einem der geschlossenen Auffanglager. Heute ist er in einem Übergangsheim der katholischen Kirche untergebracht.
Der kleine Staat Malta mit seinen drei Millionen Einwohnern ist am Rande seiner Aufnahmefähigkeit. Drei geschlossene Auffanglager gibt es auf Malta. Sie platzen aus allen Nähten, müssen viel mehr Flüchtlinge aufnehmen als ursprünglich geplant. Rund 800 Illegale befinden sich dort – oft für Monate. Die Beziehung zu den Maltesen sei nicht einfach, weil es zu viele Flüchtlinge in dem kleinen Land gibt, sagt Jonas.
Die meisten Flüchtlinge wollen nicht dauerhaft auf Malta bleiben: "Hier gibt es eigentlich keine echte Möglichkeit, weiterzukommen, sich weiterzubilden. Auch wenn man Fähigkeiten mitbringt, kann man diese doch nicht einsetzen. Es gibt nur Arbeit für Ungelernte, harte Arbeit.“ Jonas ist auf Malta noch nicht am Ende seiner Reise. Seinen Traum von einem besseren Leben in Europa will er nicht aufgeben.
GLOSSAR
Inselstaat, der – ein Staat auf einer Insel
Flüchtling, der – jemand, der aus seiner Heimat in ein anderes Land flieht
Diktatur, die – Regierungsform, bei der die Regierung nicht vom Volk gewählt wird und die Bürger unterdrückt werden
Perspektive, die – hier: die Hoffnung für die Zukunft
Überfahrt, die – hier: die Schifffahrt über das Meer
Entkräftung, die – die körperliche Schwäche nach großer Anstrengung
kentern – umkippen (bei einem Schiff)
Schleuser, der – jemand, der gegen Geld Menschen illegal in ein anderes Land bringt
Auffanglager, das – ein Ort, an dem Flüchtlinge bei ihrer Ankunft aufgenommen werden
Übergangsheim, das – ein Haus, in dem man für eine kurze Zeit wohnen kann
jemanden unterbringen – jemandem einen Ort zum Wohnen geben
am Rande der Aufnahmefähigkeit sein – nichts / niemanden mehr aufnehmen können
aus allen Nähten platzen – überfüllt sein; zu voll sein
Illegale, der/die – jemand, der ohne Erlaubnis in ein Land einwandert
dauerhaft – für immer
Ungelernte, der/die – jemand, der keine Ausbildung hat
Fragen zum Text
Warum ist Jonas nach Malta gekommen?
1. Weil er dort eine sehr gute Arbeit gefunden hat.
2. Weil er mit einer Malteserin verheiratet ist.
3. Weil er hofft, über Malta auf den europäischen Kontinent zu gelangen.
Wie wird die Überfahrt nach Europa im Text beschrieben?
1. Die Überfahrt ist sehr gefährlich und anstrengend.
2. Die Überfahrt ist schnell und komfortabel.
3. Die Überfahrt ist langweilig und uninteressant.
Was ist Jonas Ziel?
1. Er möchte für immer auf Malta bleiben.
2. Er möchte in einem anderen europäischen Land Arbeit suchen.
3. Er möchte sofort zurück nach Eritrea.
Arbeitsauftrag
Es gibt viele Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen, um in einem anderen Land zu leben. Haben Sie selbst auch Ihre Heimat verlassen oder würden Sie es gerne tun? Welche Hoffnungen verbinden sie mit dem neuen Land? Können Sie sich vorstellen, wieder in Ihr Land zurückzukehren? Sprechen Sie in der Gruppe über Ihre Erfahrungen und Wünsche oder schreiben Sie einen kurzen Text.
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mp3.dw-world.de/dwelle/dalet/00C7FFA8.mp3
Nach den nächsten Wahlen werden die USA möglicherweise eine Präsidentin haben. In den Medien wird darüber diskutiert, ob für eine Frau im Wahlkampf die gleichen Regeln gelten wie für Männer. Die Antwort lautet: Nein.
Männliche Präsidentschaftskandidaten können bei der Wahl der Kleidung nicht viel falsch machen, schließlich tragen sie meist Anzüge und fallen höchstens mit ihrer Krawatte auf. Im Notfall helfen Berater oder Ehefrauen. Wenn sich die Herren leger zeigen wollen, ziehen sie Jeans und kurzärmeliges Hemd an. Anders die Frauen: Wenn sie sich bequem anziehen, gelten sie als schlampig. Ziehen sie sich zu feminin an, gelten sie auch als schlampig – in einem anderen Sinn. Also heißt es für Frauen, die Präsidentin werden wollen: die Weiblichkeit vergessen und anziehen wie ein Mann.
Wenn eine Politikerin Gefühle zeigt, kompromissbereit und verständnisvoll handelt, gilt sie als zu weich und daher unfähig für den Job. Handelt sie dagegen wie ein Mann, gilt sie als kompetent, aber berechnend, zickig und kalt. Gleichzeitig sympathisch und kompetent zu sein, ist für männliche Politiker kein Problem. Für Politikerinnen ist es ein Ding der Unmöglichkeit. Hillary Clinton gilt als durchaus kompetent, aber berechnend und gefühllos.
Anders als im traditionellen Wahlkampf stellen sich plötzlich ganz neue Fragen, wenn eine Frau mit dabei ist: Wie hart darf sie angegangen werden, ohne dass es unfair aussieht? Wie viel muss eine Frau einstecken können? Oder darf es keinen Unterschied machen, ob der Gegner ein Mann oder eine Frau ist? Die Situation bleibt also schwierig - und die Diskussion zeigt vor allem eins: Die Bewerbung einer Frau um das höchste Amt der USA, ist auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts alles andere als normal.
GLOSSAR
Präsidentschaftskandidat, der – jemand, der zum Präsident eines Landes gewählt werden will
leger – locker; natürlich; lässig
kurzärmelig – mit kurzen Ärmeln (Hemd oder T-Shirt)
schlampig – 1. unordentlich; 2. sexuell freizügig (bei Frauen)
feminin – weiblich; figurbetont
kompromissbereit – bereit, in einem Streit die Forderungen des Gegners teilweise zu akzeptieren
kompetent – fähig; professionell
berechnend – rücksichtslos; nur die eigenen Interessen verfolgend
zickig – launisch und unfreundlich (bei Frauen)
kalt – hier: gefühllos
sympathisch – nett
ein Ding der Unmöglichkeit – (Redewendung) nicht möglich
Wahlkampf, der – der Zeitraum vor einer Wahl, in der die Kandidaten und Parteien für sich werben und gegeneinander kämpfen
jemanden angehen – jemanden mit Worten angreifen
unfair – ungerecht
etwas einstecken – hier: etwas erdulden
Fragen zum Text
Warum haben es Politikerinnen bei der Wahl der Kleidung schwerer als männliche Politiker?
1. Weil es zu wenig Kleidung für weibliche Politiker gibt.
2. Weil ihre Lieblingsfarben oft nicht zu den Farben ihrer Partei passen.
3. Weil ihr Kleidungsstil stärker beachtet und kritischer beurteilt wird.
Welches der folgenden Adjektive beschreibt eine negative Eigenschaft?
1. kompromissbereit
2. berechnend
3. kompetent
Welche Redewendung drückt aus, dass jemand selbstbewusst auf verbale oder körperliche Angriffe reagiert?
1. Er/sie kann viel einstecken.
2. Er/sie kann viel einpacken.
3. Er/sie kann viel einsammeln.
Arbeitsauftrag
Frauen an die Macht! – Was halten Sie von dieser Forderung? Glauben Sie, dass Frauen anders mit Macht umgehen als Männer? Sollten mehr Frauen in wichtige Ämter gewählt werden? Oder spielt es keine Rolle, ob Frauen oder Männer an der Macht sind? Diskutieren Sie in der Gruppe über diese Fragen oder schreiben Sie einen kurzen Text dazu.
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